Der Pitbulleffekt

Montag, 13. Juni 2005

[3] Der Pitbulleffekt

... In meinem Gehirn begannen die eingerosteten Gehirnwindungen zu rattern. Selbstverständlich hatte ich mir schon meine Mithelfer zurechtgelegt, doch ich hatte vor lauter planen, Zahlen, Vertriebswege und Statistiken völlig vergessen diese Menschen zu fragen.
Man, war das eine peinliche Situation. Half nun alles nix, ich musste einen neuen Plan erarbeiten und dazu zählte, dass ich zunächst die Leute ansprechen musste, ob generell und überhaupt Interesse an einem solchem Projekt vorlag.

Wen hatte ich bereits in meinem Kopf als Redaktionsmitglieder eingeplant?

Andreas.
Der Boardbetreiber. Ihn musste ich nicht nur vom Konzept überzeugen – ihn musste ich auch davon überzeugen, dass es für ihn und für sein Board ein Nutzen darstellt, wenn es eine Printausgabe im Namen seiner Internetplattform auf dem Markt gibt.
Sein Ja war Grundvoraussetzung.

Elisabeth.
Studierte Lebenskünstlerin, Germanistin und erprobter Auslandsaufenthaltserlebnissammlerin, sowie erfahrene Spiritistin. Elisabeth kannte ich bereits seit drei Jahren aus dem Internet. Immer wieder liefen wir uns über die Plattformen und im Laufe der Zeit, formte sich eine Freundschaft zwischen uns. Ihre Meinung war - und ist mir heute noch sehr wichtig. Sie hat gute Vorschläge, schaut objektiv über die Dinge und hatte bereits zahlreiche Erfolge mit Publikationen. Ihre Kolumne war bislang ein Highlight im Forum und wurde von den Mitgliedern zahlreich kommentiert und diskutiert. Sie musste ich für die Zeitung begeistern.

Thorralf.
Ein Mann mit Ideen. Er hatte bereits reichlich Erfahrungen als Kleinverleger im Druckwesen sammeln können. Ein Mann, der mir die Arbeit des Drucks, Layouts und des Verkaufs abnehmen konnte. Ein Mann, der wusste was er tat und weitaus mehr Ahnung von der Materie Zeitung hatte als ich in meinem bisherigen Leben.
Es sollte mir ein leichtes sein, ihn für die Idee zu begeistern.

Waltraut.
Studierte Werbe- und Marketingfachfrau, sprudelnde Ideenquelle, lebenslustige Freundin und niemals müde, das Beste aus einem Text herauszuholen. Waltraut lernte ich zum gleichen Zeitpunkt wie Elisabeth kennen und es waren auch die selben Internetplattformen, die unsere Wege kreuzen ließen. Ihre Meinung war – und ist mir heute noch ebenso wichtig wie Elisabeths. Sie kann sehr emotional werden, und genau in diesen Augenblicken schäumt sie förmlich über vor Inspiration. Ihre Anteilnahme behält sie nicht hinter ’m Berg.
Auch sie musste ich für die Zeitung gewinnen.

Lotte.
Eine Frau, die ihre Geschichten märchenhaft erzählen konnte und mit sanften Worten Menschen in ihren Bann zog. Immer ein Lächeln auf den Lippen und im Norden der Republik zu Hause.
Die Zeitung – so mein Plan – sollte in allen vier Himmelsrichtungen Redakteure beschäftigen, die Vorortreportagen schreiben konnten und somit die Gestaltung der Zeitschrift global gestalten konnten.
Lotte hatte zwar immer viel Rummel um die Ohren, doch eine Reportage pro Vierteljahr sollte drin sein, so meine Überlegung.

Stefanie.
Mitten im Studium. Ausgefeilte Sprachgewandtheit, und sie konnte sehr gut Charaktere portraitieren. Von ihr las ich bislang gut durchstrukturierte Erzählungen. Zur Zeit der Zeitungsgründung war sie noch in England und diese Chance wollte ich nutzen.

Sahra.
Sie konnte sehr schön sarkastisch schreiben und hatte den nötigen Pfiff, für eine bissige Betrachtung der Gesamtlage und wohnte im sonnigen Süden. Vor ihr erhoffte ich Berichte aus der südlichen Lage und den gewissen Blick über den deutschen Tellerrand hinaus. Und das langfristig.

Chris.
Meine Wenigkeit. Sollte ich mich noch begeistern können?
Mir schwante nichts Gutes. So viele verschiedene Charaktere auf einen Haufen führten zwangsläufig zum großen Knall. Doch ich wollte es wagen. Jeder einzelne war wichtig, jeder einzelne hatte Fähigkeiten, die für die Zeitung unabkömmlich sind, um überhaupt das Konzept zu verwirklichen.
Ein jeder von ihnen hatte Stärken, die ich nutzen wollte, um gemeinsam eine große und wundervolle Vision zum Leben zu erwecken.

[2] Der Pittbulleffekt

... Es reichte der Vision nicht aus, einfach nur da zu sein, nein, sie wollte Aufmerksamkeit. Schnell hatte die Vision den richtigen Kniff gefunden, um mich in ihre Gewalt zu bringen.
Andreas, der Boardbetreiber, sammelte noch weitere Ideen und meine Kollegen hatten verdammt gute und viele Ideen.
Es verging eine geraume Zeit und Andreas sortierte das Brainstorming zu einer Liste, die er uns zur Abstimmung darbot.
Die Vision hatte im oberen Drittel abgeschnitten und fand nicht allein Anklang, sondern erntete Bewunderung für meinen Mut.

So sammelte ich weitere Umsetzungsmöglichkeiten und begann - ziemlich planlos und enthusiastisch weitere Menschen für die Vision zu begeistern.

Es sollte eine Zeitung werden. So viel stand schon mal fest. Sie sollte ein fester Bestandteil der Internetplattform werden und als Printausgabe, den jungen und talentierten AutorInnen und Mitgliedern eine weitere Veröffentlichmöglichkeit bieten.

Einzig die Moderatoren, Redakteure, Reporter und der Boardbetreiber mussten noch begeistert, überzeugt und gefunden werden.

Ein gut ausgearbeiteter Plan musste her.

Ich begann wie verrückt nach Zahlen für eine statistische Erhebung zu suchen. Andreas stellte mir alles zur Verfügung was ich für die Präsentation benötigte.
Nächtelang arbeitete ich an der Powerpointepräsentation.
Zu dieser Zeit war kaum an Schlaf zu denken. Mein Zigarettenkonsum steigerte sich um das 100fache und der Kaffeeverbrauch schraubte sich gewaltig in die Höhe.

Und der Tag der Präsentation rückte immer näher und ich wurde immer nervöser. Noch einmal schaute ich mir die Unterlagen an. Hatte ich wirklich an alles gedacht? Waren die Zahlen gut recherchiert? Würde die Idee überhaupt begeistern?
Und da entdeckte ich, dass ich nicht einen einzigen ehrenamtlichen Mitarbeiter an meiner Seite hatte. Ich setzte die Mithilfe meiner Mitmenschen einfach voraus. Und das sollte mir das Genick brechen?
...

[1] Der Pitbulleffekt

Vor einiger Zeit war das Leben noch in Ordnung, übersichtlich und klar strukturiert. Meine kleine Welt lief rund.
Und wie aus heiterem Himmel, setzte sich eine kleine freche Idee in meinem Gehirn ab und blähte sich nach und nach zu einer großen Vision auf. Nach langem hin und her schleuderte sich diese Vision bei der sich ihr bietenden Gelegenheit - und dazu noch ungeniert - aus mir heraus und landete unsortiert auf einem Stück Papier.
Was nun?, dachte ich und schob das Blatt erst einmal zur Seite.
Zu diesem Zeitpunkt standen im Forum große Pläne an. Der Betreiber sammelte innovative Ideen und da schummelte sich meine Vision ins Forum und pflanzte sich dort fest ...

Der Pitbulleffekt

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Zuletzt aktualisiert: 16. Dez, 22:59

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