Der Pitbulleffekt

Mittwoch, 15. Juni 2005

[13] Der Pitbulleffekt

Rustikale Sitzgruppen, lange Theke, Dollerzeichen in den Augen der Bedienungen, und endlich wurde der Laden mal so richtig voll.
Kurzerhand wurde das kleine Lokal zum Austragungsort einer Schnupperpartie. Die Tische wurden geschoben und gerückt, Stühle von rechts nach links transportiert, abenteuerlich und gefährlich über Köpfe jongliert und gut gemeinte Ratschläge wurden laut hinausposaunt.
Nach einer Weile hatte ein jeder seinem Hintern auf einem Stuhl; wir saßen endlich [gemütlich] zusammen und schnackten was das Zeug hielt.
Blitzlichtgewitter und Stimmengewirr.
Atmosphäre pur.
Wie es so üblich ist, sprachen die Frauen – und davon gab es reichlich – über die anspruchsvollen 5cm Unterschied zwischen Mann und Frau. Wobei es nicht klar zur Sprache kam, wie sich dieser Unterschied bemerkbar macht.
Die Bedienung hatte alle Hände voll zu tun.
Andreas saß neben mir und ich hoffte, dass er anfinge über die Zeitung zu sprechen. Innerlich machte ich mich schon gefasst, um einigen Argumentationen seinerseits entgegen zu wirken.
In meinem Kopf ruderte es im Kreis vor lauter Eindrücke und Blitzlichter. Carla aus Hamburg saß nicht still auf ihrem Hintern. Sie lief herum und blitzte jedem in die Augen, der auch nur eine Sekunde seiner Aufmerksamkeit ihr schenkte. Da ich von Natur aus sehr neugierig bin musste ich oft die Augen kneifen und schwor bittere Rache für diese Attacken.
Da Andreas noch immer nicht von der Zeitung anfing, startete ich einen kleinen Versuch. Mit der Tür wollte ich nicht ins Haus fallen und fragte daher vorsichtig: „Na, was macht dein Kleiner?“
Das hätte ich nicht tun sollen ...

Dienstag, 14. Juni 2005

[12] Der Pitbulleffekt

Ein ... atmen, aus ... atmen, ein ... atmen, aus ... atmen ...
Nein, ich habe keine Panik, mir geht es gut, ein ... atmen, aus ... atmen ...
Dann war der Anfall vorbei.
Es war das erste Mal seit drei Jahren, dass ich kein Spray brauchte.
Wenn ich den Anfall ohne Spray schaffte, dann würde ich auch dieses Wochenende schaffen und alles andere was ich in meinem Leben noch vorhatte, so meine wagemutige Überlegung.

Nachdem ich mich beruhigt, die Tasche ausgepackt, eine Schachtel Zigaretten gestopft und mein Bett bezogen hatte, ging ich zurück zum Tagungsraum.

Immer wieder wurde die Tür aufgerissen und neue Gesichter, mit und ohne Koffer traten herein. Einige kannten sich und jubelten sich zu. Andere flüsterten miteinander und rätselten wer nun wer ist und warum diese und jene Person dieses und jenes tragen würde, wobei ihr das doch überhaupt nicht stehen würde.
Der Raum füllte sich mit Menschen und deren Gerüche.
Zwecks Lüftung und Raucherpause versammelten wir uns vor der JuHe-Tür.

Es war noch früh am Abend und Melsungen wollte uns noch kennen lernen.
25 Menschen machten sich bergab auf den Weg in die historische Innenstadt.
Fachwerkhäuser rechts und links des Weges und eine rauschende Fulda säumten unseren Weg.
Als wir das Rathaus passierten, welches majestätisch und schmuck die Mitte der Stadt symbolisiert, schickten wir Andreas als Späher auf die Suche nach einer passenden Lokalität.
Das Dorf schien im Halbschlaf zu liegen und bestimmt stand in der Stadturkunde, dass sie heute noch um 22:00 Uhr die Bürgersteige hochklappen und das Hase und Fuchs sich gegenseitig Gute Nacht sagen.
Die meisten Lokale hatten bereits geschlossen.
Das Eiscafé an der Ecke konnte keiner Autorengruppe Asyl gewähren, der Dönerstand gegenüber wirkte räumlich noch kleiner und als unser Späher nichts anderes gefunden hatte, beschlossen wir nun doch beim Adler einzukehren, obwohl das Lokal von außen nach einem drei bis fünf Sterne Restaurant ausschaute und gegenüber dem Rathaus das Stadthotel beherbergte.
Mit gemischten Gefühlen betraten wir das Restaurant ...

Montag, 13. Juni 2005

[11] Der Pitbulleffekt

Mit einemmal fühlte ich mich unwohl.
Ich musste hier raus.
Atmen – nur atmen.
Ich entschuldigte mich und verzog mich mit der Entschuldigung, meine Tasche auspacken zu wollen und ein paar Zigaretten zu stopfen auf mein Zimmer.
Endlich Ruhe.
Ein karg eingerichteter Raum empfing mich.
Vier-Bett-Zimmer mit Waschbecken und zwei Schränken, sowie einem Tisch und drei Stühlen. Das Fenster wurde von einem altmodischen und großzügigen Blümchenvorhang verdeckt.
Zwei Betten waren bereits belegt. Von Autorenkolleginnen.
Chris, was machst du eigentlich hier?, fragte ich mich und wusste so gleich die Antwort. Der Leitartikel für die erste Ausgabe muss geschrieben werden.
Trotz meiner Panikattacke, der Kurzatmigkeit und dem Unwohlsein im Kopf musste ich irgendwie durch dieses Wochenende kommen.
Immerhin sollte dieses Autorentreffen der Aufhänger der ersten Ausgabe sein.
In meinem Kopf überstürzte sich alles.
Erste Sätze formulierten sich bereits, die ich wieder in eine Ecke meines Kopfes schob, um später drauf zurück zu greifen.
Wie sollte ich diese Atmosphäre objektiv beschreiben, wenn ich Menschenansammlungen ab einer gewissen Größe körperlich nicht ertragen konnte?
Wieder eine unüberwindbare Aufgabe, die ich bei der Zusage nicht beachtete. Nun musste ich zusehen, wie ich mit dieser Situation selbst zurecht kam.
Schweißperlen traten auf meine Stirn und ein Asthmaanfall zeichnete sich ab.
Wo war mein Spray?
Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen ...

[10] Der Pitbulleffekt

Nach fünf Minuten Dauerbegrüßung wurden Her(r)mann, das Cello und unsere Reisetaschen verladen, dann verteilten wir uns auf die Autos und fuhren zur JuHe.
Idyllisch auf einer Anhöhe gelegen, mit viel Platz zum Spielen und einem großen Hof, präsentierte sich uns die Herberge. Noch vor der Rezeption begrüßte uns Gertrud.
"Ich dachte, du wärst größer", flüsterte sie mir ins Ohr, wobei sie sich ziemlich weit nach unten bücken musste.
„Wahre Größe hat nichts mit Körpermaß zu tun“, konterte ich grinsend.
Schnell war die Schlafplatzbelegung erledigt und wir wurden in den Tagungsraum geführt.
Boh, dachte ich und blickte in zahlreich bekannte und unbekannte Gesichter.
Testsiegerin, Gerda, Evchen und Möwe (direkt vor mir sitzend), Habibti und Willi – erkannte ich von den Userpics, doch alle andere hatte ich mir durchaus anderes vorgestellt.
Zwischen herzlichen Umarmungen und kühlen Begrüßungen, klebte mir jemand ein Namensschild auf die Handfläche.
Namensschilder waren bei solchen Massenveranstaltungen durchaus wichtig – um nicht zu sagen überlebenswichtig -, so wusste man doch gleich, wen man nicht leiden konnte ohne lange darüber nachdenken zu müssen, ob man das Gesicht auch wirklich zum richtigen Nickname zuordnete.
Berauscht von den vielen Menschen stolperte ich zu einem freien Platz, zog Jacke und Pulli aus und klebte mir das Namensschildchen aufs T-Shirt.
Ich ließ noch mal im sitzen meinen Blick schweifen.
Hier ein Winken, da ein Wedeln und immer ein breites Und-wer-bist-du?-Grinsen im Gesicht, welches meine Unsicherheit nur spärlich verbergen konnte.

[9] Der Pitbulleffekt

Überpünktlich um 19:44 Uhr hielt der RegionalExpress in Melsungen und ein Pulk Menschen (inklusive Cello) rückte der historischen Kleinstadt in Mittelhessen auf den Pelz.
Vor dem Bahnhof warteten wir nun in geselliger Runde auf die Ritter der SchreibBar. Andreas und Thorralf hatten sich bereit erklärt Chauffeur zu spielen. Als um 19:55 Uhr noch immer kein Wagen mit fremdem Kennzeichen um die Ecke bog, zückte Carina eine Zigarette aus ihrer Schachtel und sagte: "Murphys Gesetz! Wenn ich die Zigarette anzünde, kommen die Jungs um die Ecke. Das passiert mir immer!"
"Weißt du wer Murphy war?", fragte ich.
"Ein Wissenschaftler oder so, der die Sache mit der Schwerkraft und dem Zufallsprinzip ... und so ...", antwortete Carina und hielt noch immer die Zigarette in der Einen und das Feuerzeug in der anderen Hand.
"Murphy war Architekt und weil immer an seinen Bauprojekten etwas schief ging, was er nicht beeinflussen konnte, entstand der Spruch: Murphys Gesetz." Und irgendwie hatte ich das Gefühl, das ich noch oft über Murphy und seine Projekte nachdenken werde.
Ich sah jetzt schon gewisse Parallelen zwischen dem Mann und mir.
Während wir noch einige Ausführungen über die Gesetzmäßigkeit von fallendem Buttertoast und Metaphern anführten, erläuterten und analysierten, zündete sich Carina den Glimmstängel an und Sekunden später fuhren ein roter Toyota und ein schwarzer 5er BMW die Bahnhofsauffahrt hinauf. Hupend kamen der rote und schwarze Flitzer vor uns zum stehen.
"Hallo Berlin!", sagte der gutaussehende Mann, als er die Wagentür des BMWs zuschlug.
"Hallo Luxemburg!“

[8] Der Pitbulleffekt

Einige Samstage später, fanden sich drei Frauen und ein junges Mädchen in meiner Wohnung zu einer konspirativen Sitzung ein.
Wenn Weiber auf die Reise gehen, kann man viel erleben. Von den Vorbereitungsbemühen mal ganz abgesehen, ist es sehr schwierig jeder einzelnen es besonders recht zu machen.
Da die Deutsche Bahn Gruppenfahrten und Billigtickets anboten, griffen wir selbstverständlich darauf zurück. Im Internet wurden wir auch schnell fündig und staunten nicht schlecht, als wir erfuhren, dass wir 1) nur zwei mal umsteigen mussten und 2) für vier Erwachsene und ein Kind mit Reservierung im Raucherabteil inklusive Rückfahrt nur jeder 48,- € zahlen sollten.
Dieses Angebot war nicht zu schlagen und so feierten wir an diesem Samstag den Sieg über die Bahn und das bevorstehende Autorentreffen in Melsungen.
Thorralf hatte sich als Organisator geoutet.
Die gutbürgerliche Pension auf der Anhöhe und die unruhige Jugendherberge nur knapp 100 Meter weiter von einander entfernt, standen zur Übernachtungsauswahl bereit – allerdings beide Räumlichkeiten in der Nähe einer Altenwohnanlage. Doch das sollte uns nicht stören. Wir – die Autoren, werden uns zu benehmen wissen.
Wir – die Reisegruppe Berlin – buchten in der Jugendherberge und freuten uns auf ein 5-Bettzimmer.
Ich sammelte von meinen Mitreisenden das Geld für die Gruppenfahrkarte ein und stellte später fest, dass am Schalter die Tickets weitaus teurer waren, als im Internet angeboten.
Ohje – was nun?
Diese Blamage saß tief und ich traute mich kaum dieses Thema laut bei dem Mädchen anzusprechen.
Da fiel mir Siegi ein. Mein bester Freund und Retter in allen Nöten. Seine Kreditkarte musste sofort herhalten.
Ich griff zum Telefon und wählte seine Nummer ...

[7] Der Pitbulleffekt

Thorralf hat doch mehr Erfahrungen im Zeitungswesen, warum nutz er diese nicht?, fragte ich mich und konnte beim Anblick des Covers nur noch mit dem Kopf schütteln.
Ich formulierte meine Ansichten, Wünsche und Vorstellungen in einem diplomatisch, freundlichen und dennoch sehr bestimmenden Ton, allerdings schickte ich diese Mail niemals ab. Stattdessen bastelte ich selbst an einem Cover. Doch das hatte noch etwas Zeit. Viel wichtiger war es, dass zahlreiche Texte in die Redaktion einflatterten.
Werbung musste her.
Brainstorming war angesagt. Ich machte mir Notizen, in welchen Internetforen war ich noch angemeldet, wo konnte ich unauffällig eine Werbung schalten, wo darf ich mich noch blicken lassen und wo kannte man mich noch ...
Viele Foren blieb nicht übrig. Und so schrieb ich schon mal eine Anzeige ins eigene Forencafe und notierte in unserer Rubrik Termine einen Ausschreibungstext. Ja, ich gebe zu, die Formulierung war sehr allgemein gehalten.
Wir, die Redaktion, suchen ständig Texte, Glossen, Reportagen zum und über das Thema Literatur.
Und mit der Forderung, die eingesandten Texte in einer ganz bestimmten Formatierung zu gestalten, schien ich den Vogel abgeschossen zu haben. Wenigstens auf das Belegexemplar würden die Autoren spekulieren und sich zahlreich melden, waren meine Überlegungen.

Doch das große Autorentreffen, welches einige Wochen später in Melsungen stattfinden sollte, verursachte mehr Aufmerksamkeit als Kujaus Hitler Tagebücher.

[6] Der Pitbulleffekt

Wie sollte die Zeitung eigentlich heißen?
Ups ... darüber hatte ich mir keine Gedanken gemacht. Wozu auch? Einen passenden Namen zu finden war sicherlich nicht schwieriger als eine Kanne Kaffee zu kochen.

Nachdem nun die Präsentation alle Moderatorenmitglieder per eMail erreicht hatte, begutachtet und nur und ausschließlich gelobt wurde – was mich ehrlich gesagt an der Ehrlichkeit zweifeln ließ -, begann das Brainstorming über die Namensgebung.

Schnell hatten wir unzählige Vorschläge gefunden und ebenso schnell einigten wir uns auf beSchreibBar.
Mit diesem Titel sollte klar definiert sein, dass die Zeitung die Printausgabe und somit ein Kind des Internetforums ist. Und ich erhoffte mir, dass durch die Namensverwandtschaft viele User – immerhin waren zu diesem Zeitpunkt mehr als 600 User auf der Plattform angemeldet – eine ersehnte Veröffentlichung in Papierform ansteuerten.

Eine weitere Überlegung war, dass AutorInnen leicht eitel veranlagt sind und ihren Namen gern auf einem Blatt Papier und in der Öffentlichkeit lasen. Meine Person schließe ich da selbstverständlich nicht aus.

Mittlerweile stülpte man mir den Hut der Verantwortung über.
Oh je ... danach hatte ich nie gefragt und ich wollte das auch niemals machen. Ich hatte doch nur eine Idee und sicherlich könnte ich recht geschickt mit den verschiedenen Softwareprogrammen umgehen, doch machte mich das gleich zu einer guten Hutträgerin?

Mir blieb nichts anderes übrig als das Vertrauen, welches die Anderen in mich steckten, nicht zu enttäuschen. Daher krempelte ich die Ärmel hoch und verteilte die ersten Aufgaben.

Von Andreas bekamen wir ein Unterforum zur Verfügung gestellt, auf welches nur die Redaktionsmitglieder Zugriff haben sollten. Eine intensive Textarbeit und unzählige Reportagen, so erhoffte ich, sollten dort unabhängig von Deadlines und Themen eine Zwischenablage finden.
Hier wollte ich auch durch Transparenz der Verkaufszahlen, der Buchhaltung und den Kontakten mit anderen Zeitungen meine Kollegen am Backoffice teilhaben lassen.
Keine Entscheidung wollte ich ohne deren Meinung fällen. Eine gute und produktive Zusammenarbeit sollte, nicht nur für mich im Vordergrund stehen.

Als Thema der ersten Ausgabe – die innerhalb der folgenden drei Monate fix und fertig sein sollte – schlug ich das Autoren- und Forentreffen in Melsungen vor.
Da nach zwei Wochen keine Einwände der sechs Redaktionsmitglieder kam, blieb es beim Thema und die Deadline wurde festgelegt.

Thorralf schickte mir zwischenzeitlich per eMail den ersten Entwurf des Covers.
Was ich zusehen bekam, entsprach in keinster weise einer Zeitungs- bzw. Magazinaufmachung ...

[5] Der Pitbulleffekt

Mir verrann die Zeit zwischen den Fingern wie Sand. Der Präsentationstermin rückte immer näher und nach und nach trafen die Emails der zukünftigen Redakteure ein.
Begeisterung und Engagement konnte ich aus ihren Antworten herauslesen.
Alle hatten zugesagt und unterbreiteten bereits Ideen, Anregungen und sendeten gleich ihre ersten Texte mit. Auch wurde gleich nach dem Gehalt gefragt. Ehrenamtliches Mitwirken und Ehre und Ruhm wollte ich als Lohn zahlen, auch ein Belegexemplar wollte ich zahlen, aber doch kein Geld. Wo nicht mal ein Sponsor in Sichtweite ist ...

Und als der große Tag X anbrach, stellte ich meine Powerpointpräsentation online.
Es dauerte nicht lang und die ersten Kommentare meiner Moderatorenkollegen wurden gepostet.
Lob, Lob, Lob ... – so hoffte ich still und heimlich.
Doch als ich den Thread öffnete, sprangen mir keine Lobpreisungen entgegen. Schimpf und Schande über mich, wie konnte ich vergessen, dass einige Kollegen kein Powerpoint auf dem Rechner hatte.
Sie konnten nicht ein einziges Blatt meiner Darstellungen, Auflistungen, Zahlenreihen, Namen, Gedanken, Vertriebswege u.s.w. lesen.
Ich schlug mir vor den Kopf. Sofort begann ich mit dem Umwandeln des Dokumentes.
Ich klicke hier und da auf meinem Rechner, fügte hier und da Dateien ein, kopierte von hier nach da Zahlen und Bilder und nach weiteren vier Stunden speicherte ich ein neues Dokument ab, stellte es online, um nach weiteren zwei Stunden zu erfahren, das auch dies nicht eingesehen werden konnte.

Das war einer dieser - zahlreichen und zukünftigen - Momente, wo sich mein Mut in die allerletzte Ecke der Hölle verkroch und mich mit ausgestrecktem Zeigefinger auslachte.
Es war ein denkwürdiger Augenblick, denn ich fragte mich zum ersten Mal, warum und für wen ich mir all diese Mühe machte ...

[4] Der Pitbulleffekt

Nachdem ich nun jeden angeschrieben hatte, rechnete ich mit einer weiteren Katastrophe.
Wie gebannt beobachtete ich mein Outlook.
Von Penisverlängerungsangeboten bis hin zum Treueangebot einer 100er Packung Viagra kam alles an Mails rein, nur keine Reaktion meiner zukünftigen Redaktionsmitglieder.

Ich ahnte nichts Gutes ...

Drei weitere Nächte arbeitete ich an einer neuen Präsentation.
Mein Kater saß heulend vor seinem Fressnapf.
Meine Katze schaute mich nicht mal mehr mit ihren Hinterteil an.
Kaffee war Mangelware im Haushalt.
Zigarettenschachteln ständig leer und Aschenbecher quollen über.
Die Augen brannten und wenn ich mich wirklich zu einem Nickerchen aufraffen konnte, träumte ich von Powerpoint, Zahlen und blauen Pillen ...

Der Pitbulleffekt

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Zuletzt aktualisiert: 16. Dez, 22:59

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